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Qualifizierung, Beratung, Unterstützung

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Der EGF unterstützt

Ausbildung und Weiterbildung

Über den EGF

Was ist der EGF?

Der EGF (Europäischer Fonds für die Anpassung an die Globalisierung) fördert Qualifizierungen, Beratung und Unterstützung für Personen die arbeitslos geworden sind.

Er kann aktiv werden, wenn eine große Zahl von ArbeitnehmerInnen aufgrund von Globalisierung oder globaler starker Wirtschaftskrisen ihren Arbeitsplatz verlieren. Voraussetzung ist, dass mehr als 500 Personen in einem Unternehmen gekündigt werden oder in einer Region eine große Zahl an Personen in derselben Branche den Arbeitsplatz verliert. Die Mitgliedstaaten der EU können dann finanzielle Unterstützung aus dem EGF beantragen. Damit werden Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung, Mobilitätsbeihilfen oder Unterstützung bei der Arbeitssuche für die Betroffenen gefördert.

Fragen und Antworten

Unter welchen Voraussetzungen kann ein Antrag gestellt werden?

Die Voraussetzungen sind einerseits, dass eine Mindestanzahl an Personen betroffen ist. Andererseits muss der Antrag auch inhaltlich begründet werden: Mindestens 500 Personen müssen von den Kündigungen betroffen sein. Die Kündigungen müssen entweder in einem Unternehmen (plus Zulieferfirmen und Abnehmerbetrieben) erfolgen oder in einer Branche in einer Region. Die Arbeitsplatzverluste müssen durch eine zunehmende Globalisierung verursacht sein, wie zum Beispiel durch eine Auslagerung der Produktion in andere Länder. Ein weiterer Grund für die Kündigungen kann auch eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise sein.

Was fördert der EGF?

Der EGF finanziert aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die die betroffenen Personen unterstützen. Konkreter sind dies Angebote, die bei der Arbeitssuche unterstützen, Berufsberatung, Aus- und Weiterbildungsangebote, Hilfe bei Outplacement sowie Unterstützung bei der Unternehmensgründung. In Österreich werden EGF-Maßnahmen im Rahmen von Arbeitsstiftungen oder stiftungsähnlichen Projekten abgewickelt.

Was sind die Voraussetzungen im Detail?

Es gibt mehrere Szenarien. Für alle Szenarien gilt: Es muss ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen den Kündigungen und den Auswirkungen der Veränderungen im Welthandelsgefüge oder einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise bestehen. Außerdem muss ein konkretes Ereignis genannt werden können, das die Kündigungen ausgelöst hat.

  • Szenario 1: Abbau von über 500 Beschäftigten in einem einzigen Unternehmen, seinen Zulieferfirmen und Abnehmerbetrieben in einem Zeitraum von vier Monaten.
  • Szenario 2: Abbau von über 500 Beschäftigten binnen neun Monaten, insbesondere in mehreren Klein- und Mittelbetrieben einer Branche in einem oder zwei benachbarten Bundesländern, oder zwei Regionen in zwei benachbarten Ländern.
  • Szenario 3: Wenn die Bedingungen der ersten beiden Szenarien nicht vollständig erfüllt werden, kann dennoch ein Antrag gestellt werden, wenn es sich entweder um kleine Arbeitsmärkte oder um außergewöhnliche Umstände handelt. Allerdings nur dann, wenn die Kündigungen gravierende Auswirkungen auf die Beschäftigung und die lokale Wirtschaft haben.
Wie hoch ist das Budget des EGF und wer trägt die Kosten für ein EGF-Projekt? Wie lange kann die Unterstützung dauern?

Der EGF ist EU-weit mit etwa 150 Millionen Euro jährlich dotiert, allerdings besteht keine Anspruchsberechtigung für die einzelnen Mitgliedstaaten. Der EGF fördert maximal 60 Prozent der für ein EGF-Projekt aufgewendeten Kosten. Die übrigen mindestens 40% werden national finanziert. Die Förderdauer durch den EGF beträgt maximal 24 Monate.

Seit wann gibt es den EGF?

Der EGF wurde 2006 ins Leben gerufen. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise wurden 2009, neben Globalisierung, auch globale Krisen als mögliche Begründung eingeführt. In den Jahren 2007 bis 2014 gab es 134 Anträge auf EGF-Finanzierung in 20 Mitgliedstaaten. Damit sollten über 100.000 Personen unterstützt werden.

Welche EGF-Projekte gab es bis jetzt in Österreich?

In Österreich gab es bis heute sechs EGF-Projekte. Details dazu sind unter EGF in Österreich zu finden.

Wer stellt die Anträge für Mittel aus dem EGF?

Anträge auf Unterstützung durch den Fonds werden von den Mitgliedstaaten an die Europäische Kommission gestellt. Einzelne Personen und Firmen können nicht direkt bei der Europäischen Kommission einen Antrag stellen.

In Österreich ist die Verwaltungsbehörde, welche die Anträge stellt und die Umsetzung steuert, die Abteilung VI/A/3 im Sozialministerium. Sie beobachtet die Wirtschaftssituation, entscheidet über eine Antragstellung und reicht in weiterer Folge den Antrag bei der EU-Kommission ein.

Die Europäische Kommission bewertet die EGF-Anträge und klärt offene Fragen. Stimmt die Europäische Kommission dem Antrag zu, übermittelt sie ihn an das Europäische Parlament und den Europäischen Rat, um deren Zustimmung einzuholen.

  • Sozialministerium

    Abteilung VI/A/3 Internationale Arbeitsmarktpolitik und Grundsatzfragen

    MMag.a Valerie Bösch

    Kontakt