Theresia Greßler: Ein Geschenk für mich

Theresia Greßler, 39 Jahre, aus Leoben, Steiermark, zwei Kinder, arbeitete als Zerspanungstechnikerin bei Böhler Edelstahl. Im Jahr 2010 trat sie in die Stahlstiftung ein und absolvierte die Meisterprüfung.

Wie waren Sie von der Krise betroffen?

In den Medien hat man immer wieder etwas darüber gelesen, im Betrieb hat es dann geheißen, es wird zur Kurzarbeit kommen. Einige waren psychisch sehr belastet in dieser Zeit. Ich war auch öfters krank, hatte einen Bandscheibenvorfall und musste immer wieder länger zu Hause bleiben.

Wie erfuhren Sie von der Stiftung? Wussten Sie, dass auch Mittel aus dem EGF die Stiftung mitfinanzieren?

Wir erfuhren es über den Betriebsleiter. Und da habe ich mir gleich einen Plan zurecht gelegt. Ich wollte die Meisterprüfung machen. Und mit dieser fixen Idee bin ich dann auch zum Betriebsleiter gegangen.

Welche Ausbildung ermöglichte Ihnen die Stiftung?

Durch die Stiftung konnte ich am WIFI in Leoben die Meisterprüfung in Maschinenbau machen, die ich mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. In einer Klasse von 26 war ich die einzige Frau. Jetzt habe ich eine viel abwechslungsreichere Tätigkeit und gebe auch mein Wissen an Lehrlinge weiter.

Für Sie ist das selbstverständlich, als Frau in einem technischen Beruf. Für andere auch?

Als Zerspanungstechnikerin stellt man Werkstücke für Maschinen und Anlagen her. Meist computergesteuert. Mit der Meisterprüfung ist mein Selbstbewusstsein enorm gestiegen. Ich hab etwas erreicht, und auch die Männer haben jetzt mehr Respekt vor mir.

War der Umstieg für Sie einfach? Raus aus der Arbeit, rein in ein Studium?

Nein, am Anfang nicht. Wieder in die Schule heißt auch wieder das Lernen lernen. Aber ich hatte große Unterstützung – von meinem Partner und von meinen Kindern.

Was raten Sie anderen Menschen, die in eine ähnliche Situation kommen wie Sie?

Ich kann nur für mich sprechen: Man muss sich ein Ziel setzen im Leben, um etwas zu erreichen. Und mit sich selbst auseinandersetzen. Die Stahlstiftung war für mich ein Geschenk Gottes!

  • Sozialministerium

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