Nina Frischenschlager: Ich habe Glück gehabt

Anfang Oktober 2011 startete die Arbeitsstiftung „Soziale Dienstleistungen Steiermark“. Sie bietet Beschäftigten aus dem Behinderten- und Jugendwohlfahrtsbereich die Möglichkeit zu Um- und Weiterqualifizierungen. Ein Gespräch mit Nina Frischenschlager, 23 Jahre, ausgebildete Pflegehelferin aus Weiz in der Steiermark.

Wie haben Sie die Arbeitsstiftung kennengelernt?

Ich war damals beim Verein „Chance B“ in Gleisdorf in der Steiermark im Behindertenbereich und in der Sonderschule eingesetzt. Speziell im Freizeitbereich haben wir gemerkt, dass das Geld fehlte. Eines Tages hat man mir dann gesagt, dass ich gekündigt werde, dass es aber eine Stiftung gäbe, die die Ausbildung zur Pflegehelferin bezahlen könnte.

Wie ist es dann weitergegangen?

Am Anfang war ich schon sehr skeptisch. Eine Stiftung, was ist das? Muss ich dann später das Geld zurückzahlen? Dann hab ich mich informiert und die Leute von „Chance B“ haben sich sehr für mich eingesetzt. Sie wollten nicht, dass ich ohne Job auf der Straße stehe. Ich habe auch ein wenig Glück gehabt, weil ich Spaß an der Arbeit im Behindertenbereich hatte und schon immer diese Ausbildung machen wollte. Ich konnte sie mir nur nicht leisten. Mit der Stiftung war’s dann möglich!

Wie haben Sie von der Stiftung profitiert? Hat sich etwas verändert?

Ja, sehr viel. Ich hab im April 2013 – nach einem Jahr – die Ausbildung zur Pflegehelferin abgeschlossen und arbeite heute im Landeskrankenhaus (LKH) in Weiz in der chirurgischen Ambulanz. Mein Bereich ist der Patiententransport innerhalb des Krankenhauses, also wenn jemand vor oder nach der Sedierung zum Beispiel in den OP transportiert wird. Diese Arbeit gefällt mir sehr. Ich mache auch Schulungen, zum Beispiel zum Thema Demenz. Vielleicht kehre ich irgendwann wieder in den Behindertenbereich zurück, wer weiß, ich bin ja noch jung.

Wo sehen Sie die Erfolge des EGF?

Ich hab mich informiert, dass dieser Fonds, der mir die Ausbildung und mein Leben in diesem Jahr bezahlt hat, etwas mit der EU zu tun hat. Ich hätte mir diese Ausbildung nicht leisten können. Ich finde es gut, dass es diesen Fonds und die Stiftung gibt. Auch für Leute, die eine andere Ausbildung machen können.

  • Sozialministerium

    Abteilung VI/A/3 Internationale Arbeitsmarktpolitik und Grundsatzfragen

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