Michael Dorfer: Bildung als Schlüssel

Michael Dorfer, 26 Jahre, Seitenstetten (NÖ), arbeitete als Maschinenfertigungstechniker und Technischer Zeichner bei der Firma Böhler Uddeholm in Böhlerwerk; ist April 2009 in die Stahlstiftung eingetreten.

Wie waren Sie von der Krise betroffen, wie haben Sie das erlebt?

Die Auftragslage in der Produktion war schlecht. Am Anfang hab ich das gar nicht gleich mitbekommen. Ich gehörte ja zu den Jüngeren. Die Älteren waren schon verzweifelt. Im Personalbüro sagte man mir, dass es zu Entlassungen kommen wird. Und dort wusste man auch, dass ich gerade einen Studienbefähigungslehrgang machte und danach ein Studium beginnen wollte.

Wie erfuhren Sie von der Möglichkeit der Stahlstiftung? Haben Sie erfahren, dass auch Mittel des EGF die Stahlstiftung mitfinanzieren?

Von der Personalchefin. Sie hat mir von der Stahlstiftung erzählt. Uns wurde zwar gesagt, wer aller die Stiftung mitfinanziert, aber so genau ist mir das nicht bekannt.

Welche Ausbildung hat ihnen die Stiftung ermöglicht?

Ich bin jetzt an der Fachhochschule in Wels und studiere Entwicklungsingenieur-Maschinenbau. Ich habe noch ein Jahr auf den Bachelor. 2013 bin ich fertig.

Wie profitieren Sie von diesem Studium? Werden Sie zu ihrem alten Arbeitgeber zurückkehren?

Das kann ich noch nicht genau sagen. Jetzt bin ich froh, dass mir die Stiftung das alles ermöglicht hat und ich mich voll auf meine Ausbildung konzentrieren kann. Ich finde das Modell super, weil es bestimmt nicht einfach ist, neben dem Studium noch zu arbeiten.

Was raten Sie anderen Menschen, die in eine ähnliche Situation kommen wie Sie. Plötzlich ohne Job – von heute auf morgen?

Kann ich schwer sagen. Einige Kollegen wollten nicht in die Stiftung eintreten, da sie erst kurz vor der Krise ihre Lehre abgeschlossen haben und sie auch nicht wirklich wussten worin sie sich weiterbilden wollten. Aber auf alle Fälle sollte man die eigenen Interessen durchforsten und gut überlegen welche Ausbildung man unbedingt machen möchte. Wenn man die Möglichkeit hat so unterstützt zu werden, sollte man das unbedingt wahrnehmen.

  • Sozialministerium

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