Josef Schleinzer: Ich bin aus allen Wolken gefallen

Josef Schleinzer ist 46 Jahre, verheiratet und hat einen Sohn. Er wohnt in der Nähe von Hainburg in Niederösterreich. Herr Schleinzer arbeitete als Lagerarbeiter im Austria Tabak Werk in Hainburg. Bis Ende 2011. Dann erfolgte die Kündigung.

Wie haben Sie von der Schließung des Werkes Austria Tabak erfahren?

Es gab immer wieder Gerüchte. Kollegen, die in Polen in unserem Werk gearbeitet haben, haben als erste davon erfahren und uns berichtet. Dann stand es auf einmal auf der Teletextseite des ORF. Später gab es eine Betriebsversammlung und noch am selben Tag wurden wir alle nach Hause geschickt. Das war schon schlimm.

Wie haben Sie von der Arbeitsstiftung erfahren?

Das Positive war, dass man uns von Anfang an gesagt hat, man werde uns nicht im Regen stehen lassen. Bei Abfertigung und Urlaub war die Direktion großzügig. Ich habe noch bis Ende April 2012 gearbeitet und mußte die letzten Maschinenersatzteile abpacken und nach Polen schicken.

Wie ging’s dann weiter?

Ich kam dann in die Stiftung und wurde über alles informiert. Man hat mir gesagt, es gibt da eine Weiterbildung zum Pflegehelfer, die solle ich machen. Das hat mich anfangs auch sehr interessiert, weil wir auch in der Familie einen Pflegefall hatten. Nur dann war die Ausbildung für mich sehr anstrengend, das ganze Medizinische und vor allem das Lernen. Ich habe den Kurs nicht abgeschlossen.

Heute bin ich in der aktiven Arbeitssuche, schreibe viele Bewerbungen und mache Bewerbungsgespräche. Ich möchte gerne in einem Lager oder bei einer Sicherheitsfirma arbeiten. Beim Flughafen Schwechat habe ich mich auch gerade beworben. Man wird sehen.

Was würden Sie anderen Menschen raten, wenn sie in eine ähnliche Situation kommen?

Bei der Kündigung bin ich aus allen Wolken gefallen. Geholfen hat wir meine Familie und vor allem meine Frau. Du darfst dich nicht gehen lassen. Ich hab viele Kollegen gesehen, die in die Depression gefallen sind. Die Stiftung hat mir eine gewisse Sicherheit gegeben – jetzt muss ich einen neuen Job finden. Leicht wird’s sicher nicht.

  • Sozialministerium

    Abteilung VI/A/3 Internationale Arbeitsmarktpolitik und Grundsatzfragen

    MMag.a Valerie Bösch

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