Gerlinde Gaulhofer: Man muss an sich glauben!

Gerlinde Gaulhofer , 52 Jahre, kommt aus dem Bezirk Weiz in der Steiermark und ist Kindergartenpädagogin. Im Oktober 2011 startete die Arbeitsstiftung „Soziale Dienstleistungen Steiermark“. Sie bietet Beschäftigten aus dem Sozial- und Behindertenbereich Möglichkeiten zu Weiterqualifizierung.

Können Sie uns Ihre damalige Situation kurz schildern?

Ich war als Behindertenhelferin in der Tageswerkstätte Vorau der Lebenshilfe Hartberg beschäftigt. Es war eine sehr schöne, bereichernde und herausfordernde Arbeit. Eines Tages wurde mir gesagt, dass es nicht mehr möglich ist, mich weiterhin im Betrieb zu beschäftigen. Leider fehlte mir als Kindergärtnerin die fachliche Qualifizierung. Das hat mich sehr getroffen, da ich mit meiner Arbeit sehr glücklich war. Hinzu kommt noch, dass es mit über 50 Jahren nicht mehr so einfach ist, wieder eine passende Arbeit zu finden.

Wie ist es dann weitergegangen?

Es war ein sehr schwerer und tränenreicher Abschied von den liebgewonnen Klienten und dem Team. Mein Mann hat mich getröstet und gesagt: „Du wirst sehen, es wird trotzdem wieder weitergehen“. Glücklicherweise war ich durch ihn finanziell abgesichert. Durch eine Arbeitskollegin erfuhr ich von der Arbeitsstiftung. Ich kontaktierte das AMS und das Stiftungsbüro. Durch das Team vom Stiftungsbüro und bei dessen Informationsabend erhielt ich eine fundierte Auskunft und eine großartige Unterstützung, worüber ich sehr dankbar bin.

Was hat sich für Sie durch die Arbeitsstiftung verändert?

Aufgrund meines Alters und meines Berufes wollte ich mich nicht mehr neu orientieren und entschloss mich deshalb nur für Zusatzqualifikationen. Ich absolvierte einen Computer- und Englischkurs. Meine neu erworbenen Kenntnisse kann ich nun bei meiner jetzigen Tätigkeit als Schulbegleiterin in einer Integrationsklasse gut gebrauchen.

Was würden Sie anderen Menschen raten, wenn sie in eine ähnliche Situation kommen und arbeitslos werden?

Wer die Möglichkeit zu einem Stiftungseintritt bekommt, sollte dieses Chance unbedingt nützen – man lernt nie aus. Nicht aufgeben und nicht den Glauben an sich verlieren. Für die Älteren unter uns: Unser Wissen und unsere Erfahrung ist gefragt – wir werden gebraucht!

  • Sozialministerium

    Abteilung VI/A/3 Internationale Arbeitsmarktpolitik und Grundsatzfragen

    MMag.a Valerie Bösch

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