FRAGEN UND ANTWORTEN

Was ist der EGF?

Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) wurde ins Leben gerufen, um Arbeitskräften zu helfen, die infolge von Veränderungen im Welthandel entlassen werden. Ein großes Unternehmen schließt, eine Fabrik wird in ein Land außerhalb der EU verlegt oder ein ganzer Wirtschaftszweig einer Region bricht ein – in solchen Fällen kann der EGF die entlassenen Arbeitnehmer/innen dabei unterstützen, eine neue Anstellung zu finden. Zu diesem Zweck stehen jährlich 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Was kann gefördert werden?

Der EGF finanziert aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die auf die Unterstützung der betroffenen Arbeitskräfte abgestellt sind. Dazu zählen z.B. die Unterstützung bei der Arbeitssuche, Berufsberatung, auf die Person zugeschnittene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifikationen, Hilfe bei Outplacement, Förderung des Unternehmertums oder Beihilfe zur Unternehmensgründung.

Wer kommt für eine EGF-Förderung in Frage ?

Arbeitskräfte, die im Zuge der Globalisierung der Weltwirtschaft gekündigt wurden. Einzelpersonen, Organisationen oder Unternehmen, die von Kündigungen betroffen sind und die Hilfe des Fonds in Anspruch nehmen möchten, können sich mit den zuständigen Behörden in ihrem Land in Verbindung setzen.

Wer kann einen Antrag stellen?

Die für den EGF verantwortliche Behörde kann im Namen des Mitgliedstaates einen Antrag an die Europäische Kommission stellen. In Österreich ist der EGF im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) angesiedelt. Hier wird über die Antragstellung entschieden und gegebenenfalls ein EGF-Antrag bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Wieviel Mittel stehen zur Verfügung?

Der EGF ist EU-weit mit etwa 500 Millionen Euro jährlich dotiert, dabei besteht keine Anspruchsberechtigung für die einzelnen Mitgliedstaaten. In Österreich fördert der EGF maximal 50 Prozent der aufgewendeten Kosten für das integrierte Maßnahmenpaket für einen Zeitraum von 24 Monaten.

Wer ist für den EGF in Österreich zuständig?

In Österreich ist der EGF im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) angesiedelt. Hier wird über die Antragstellung entschieden und gegebenenfalls ein EGF-Antrag bei der Europäischen Kommission eingereicht. Die EGF-Ansprechperson im Sozialministerium finden Sie auf der rechten Seite unter Kontakt.

Wie verhält sich der EGF zu anderen EU-Fonds?

Die Strukturfonds der EU, insbesondere der Europäische Sozialfonds (ESF), unterstützen die vorausschauende Bewältigung des Wandels mit strategischen und langfristigen Maßnahmen. Der EGF bietet einmalige, zeitlich begrenzte und individuelle Unterstützung für Arbeitnehmer/innen, die im Zuge der Globalisierung der Weltwirtschaft entlassen wurden.

Wie kann der EGF helfen?

Bei negativen Auswirkungen der Globalisierung der Weltwirtschaft auf das Wirtschaftsgeschehen, kann ein EU-Mitgliedstaat einen Antrag auf Förderung stellen.
Für alle Szenarien gilt: Es muss ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen den Kündigungen und den Auswirkungen der Veränderungen im Welthandelsgefüge bestehen sowie ein konkretes Ereignis genannt werden können, das die Kündigungen ausgelöst hat.

Szenario 1: Abbau von über 500 Beschäftigten in einem einzigen Unternehmen, seinen Zulieferfirmen und Abnehmerbetrieben in einem Zeitraum von vier Monaten.

Szenario 2: Abbau von über 500 Beschäftigten binnen neun Monaten, insbesondere in mehreren Klein- und Mittelbetrieben einer Branche in einem oder zwei benachbarten Bundesländern, oder zwei Regionen in zwei benachbarten Ländern.

Szenario 3: Wenn die Bedingungen der ersten beiden Szenarien nicht vollständig erfüllt werden, kann dennoch ein Antrag gestellt werden, wenn es sich entweder um kleine Arbeitsmärkte oder um außergewöhnliche Umstände handelt. Allerdings nur dann, wenn die Kündigungen gravierende Auswirkungen auf die Beschäftigung und die lokale Wirtschaft haben.

Handbuch zum EGF erschienen
Das BMASK hat ein umfassendes Handbuch zum EGF veröffentlicht. Dieses enthält alle nötigen Informationen sowie Musterdokumente für ProjektträgerInnen zur Antragsstellung, zur Abrechnung und zur Berichtslegung. Weiters beinhaltet das Handbuch alle Verordnungen zum EGF, Infos zu den förderfähigen Kosten sowie die AMS-Richtlinien zur Arbeitsstiftung. Es bietet ausserdem einen Überlick über alle zuständigen Stellen in Österreich.
Das Handbuch können Interessierte im Intranet herunter laden. Die Zugangsdaten sind über egf@comunit.at abrufbar.

KONTAKT

BMASK, Abteilung VI/9
Mag. Jörg Leitner, MBA
Telefon +43/1/71100-6451
joerg.leitner@bmask.gv.at

Website der
Europäischen Kommission



FÜR MEDIEN
Agentur com_unit
E-Mail: egf@comunit.at

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Wie der EGF in Österreich hilft.