Elisabeth Weiß-Pucher: Die Stiftung als Chance

Elisabeth Weiß-Pucher ist 37 Jahre alt, kommt aus Kirchbach in der Südoststeiermark, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie arbeitete als Heimhelferin beim Verein Lebenshilfe. Zurzeit absolviert sie eine dreijährige Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester am Landeskrankenhaus in Graz.

Wie haben Sie die Situation im Jahr 2011 erlebt?

Ich habe damals als Heimhelferin bei der Lebenshilfe gearbeitet bis der Verein mich aus Sparmaßnahmen kündigen musste. Dann hab’ ich zuerst im Radio von der Arbeitsstiftung gehört, die das Land einrichten möchte. Dann habe ich mich beim AMS (Arbeitsmarktservice) informiert und einige Zeit später gab es eine Informationsveranstaltung bei der Lebenshilfe.

Sie wurden plötzlich arbeitslos, wie sind Sie damit umgegangen?

Am Anfang hat man das natürlich verdrängt. Die erste Frage war, wie soll sich das alles finanziell ausgehen? Wir hatten ja auch ein Haus gebaut, die Kinder etc. Aber ich hab’ mich informiert und von dem Stiftungsstipendium gehört. Und dann war ich sehr froh, dass ich auch einen Platz in der Stiftung bekommen habe. Und bald war meine Entscheidung klar, ich möchte diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester werden.

Jetzt drücken Sie (wieder) die Schulbank. Wie ist das so?

Ja, das ist gar nicht so einfach. Eine Schule, das Sitzen (lacht) und das Lernen. Die ersten Wochen waren richtig anstrengend! Aber es gibt ja auch Praktika, wo man Verschiedenes kennenlernt, Ferien hat, und ich weiß: in drei Jahren ist es vorbei. Ausschlaggebend war natürlich für mich das Stipendium – also die Bezahlung der dreijährigen Ausbildung und die Unterstützung für meinen Lebensunterhalt.

Was würden Sie anderen Menschen raten, wenn sie in eine ähnliche Lebenssituation kommen wie Sie?

Immer positiv denken, sich gut informieren – das ist ganz wichtig! Und, falls es so etwas wie eine Arbeitsstiftung gibt, die Chance ergreifen, einen neuen Weg einzuschlagen, vielleicht eine Ausbildung zu machen.

  • Sozialministerium

    Abteilung VI/A/3 Internationale Arbeitsmarktpolitik und Grundsatzfragen

    MMag.a Valerie Bösch

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